Waller Flachteiche




Schwerpunkt Amphibienschutz

Die Waller Flachteiche sind durch Sandentnahme entstandene, naturnahe Teiche, die jährlich von acht unterschiedlichen Amphibienarten wie Erdkröten, zum Ablaichen aufgesucht werden. Dazu müssen sie die Kreisstraße K 11 überqueren. Im Frühjahr betreut der NABU die Amphibienschutzzäune, indem wir die Tiere über die Straße tragen. Die Zählergebnisse der lezten Jahre belegen den Erfolg dieses frühmorgendlichen Artenschutzes. Zukünftig wird zu überlegen sein, ob ein Krötentunnel langfristig Abhilfe schaffen kann.

Die Waller Flachteiche haben auch floristisch eine große Bedeutung. Die Flächen bieten spezialisierten, auf magere Standorte angewiesenen Pflanzen eine Heimat. Da das Gelände sehr stark verbuscht, sind regelmäßige Pflegemaßnahmen erforderlich. Diese führt der NABU in Abstimmung mit dem privaten Flächeneigentümer durch.

 

 

Waller Flachteiche - Lebensraum der seltenen Knoblauchkröte

 Eine seltene Amphibienart ist an den Waller Flachteichen heimisch. Es ist die Knoblauchkröte (Pelobates fuscus) aus der Familie der Schaufelfußkröten.

Ein warmer Frühlingsregen hatte in der Nacht zum 20./21.03.2010 die ersten Knoblauchkröten zur Wanderung an ihre angestammten Laichgewässer an der Kreisstraße 11 aufbrechen lassen. Als Laichgewässer dienen vegetationsarme und sonnenexponierte tiefere Teiche, Tümpel und Gräben wie in Walle.

Die Laichzeit ist von April bis Ende Mai, seltener bis in den August hinein. Der schnurförmige Laich ist 40 bis 70 Zentimeter lang, 15-30 cm dick und enthält 1.000 bis 3.000 Eier. Im Gegensatz dazu legt die weit verbreitete Erdkröte (eine große Population ist auch in Walle vorhanden) lange  zweireihige Eischnüre. Nach dem Schlupf hängt die weitere Entwicklung stark von der Witterung (Wassertemperatur) ab. Auffällig sind die extrem großen Larven, die meist 12,5 cm messen und bis 17,5 cm erreichen können.

Gelegentlich gemeldete Funde von Monsterkaulquappen entpuppen sich regelmäßig als die Larven der Knoblauchkröte. Es kommt vor, dass Larven überwintern und sich erst im  nächsten Frühjahr zum "fertigen" Tier  entwickeln.

Nach der Metamorphose sind die Jungkröten meist nur halb so groß wie die Kaulquappe!  Aus diesem Grund wird bei der Knoblauchkröte auch von Schrumpfmetamorphismus gesprochen.

Damit sich die  Knoblauchkröte optimal entfalten kann. muss eine Beschattung der Laichgewässer verhindert werden. Hierzu führt der NABU regelmäßige Entkusselungsmaßnahmen auf dem Gelände durch.

Die Knoblauchkröte ist ein kurzbeiniger krötenähnlicher "plumper" Froschlurch mit gedrungenem Körper. Die Männchen werden bis 6,5 cm, die Weibchen bis 8 cm groß. Letztere sind durch ihre hellgraue Oberseite gekennzeichnet und durch große,  oliv bis kastanienbraune Flecken und dunkelrote Punkte. Die Färbung der Bauchunterseite ist meistens einfarbig grauweiß, seltener dunkel gefleckt.

Knoblauchkröten besitzen stark vorstehende Augen, keine Ohrdrüsen und eine "Beule" am Hinterkopf. Das Trommelfell ist kaum sichtbar.

Typisch ist die senkrecht stehende Pupille, die ihre vorwiegende Nachtaktivität verrät. Ihr Lebensraum sind pflanzenarme, sandige Böden des Flachlandes. Sie ist in Flussniederungen und Sandgruben genauso anzutreffen wie im Kulturland mit sandigen Ebenen (Ackerbereiche, Spargel- und Kartoffelanbaugebiete). Gemieden werden das Hügel- und Bergland sowie Waldinneres.

 Die Tiere haben eine sehr versteckte Lebensweise und werden erst nach Einbruch der Dunkelheit munter, insbesondere bei feuchtwarmer Witterung. Tagsüber verstecken sie sich in selbstgegrabenen Löchern, während der Paarungszeit im zeitigen Frühjahr sind sie allerdings auch am Wasser und tagsüber zu finden. Dann sind sie allerdings meist nur von Spezialisten zu finden, da sie ihre Paarungsrufe unter Wasser aussenden.

 

Holger Gröschl

Fotos: NABU Kreisverband Verden e.V.

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