Die Dohle ist Vogel des Jahres 2012

Foto: NABU Christian Falk Foto: NABU Christian Falk

Bis heute teilt sie das Schicksal ihrer schwarz gefiederten Verwandten: Früher galt sie als Unglücksbringer, der Krankheiten wie die Pest und damit den Tod ankündigte. Auf mittelalterlichen Abbildungen sind Dohlen häufig zusammen mit Hexen zu sehen. Dass aber die Dohle zu einer der intelligentesten heimischen Vogelarten zählt, wissen nur wenige.

 

Dohlen lernen, die menschliche Sprache nachzuahmen. Da Dohlen auch immer öfter in Städten anzutreffen sind, kommt es mittlerweile sogar vor, dass einzelne Tiere Mobiltelefon-Klingeltöne zu ihren Gesängen hinzugefügt haben.

 

Konrad Lorenz hat sie geliebt, diese gelehrigen schwarzen Vögel, besonders ihre ungewöhnliche Lernfähigkeit. Die Prägung auf Feinde vergessen Dohlen niemals.

 

Die silbrig-schwarzen Rabenvögel - die deutlich kleiner als Krähen sind - machen meist durch ein kräftiges "kjakk" auf sich aufmerksam, mit dem die gesellig lebenden Vögel untereinander Kontakt halten. Zu Gesicht bekommt man Dohlen entweder in stattlicheren Baumkronen, auf höheren Gebäuden, oder aber am Boden, wo sie bevorzugt nach Insekten und deren Larven, Schnecken und Würmern suchen.

 

Teils aus Unwissenheit oder Gedankenlosigkeit, teils aus Absicht zerstörten Hausbesitzer bei Renovierungen oder Gebäudesanierungen in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Brutplätze der Dohle. Viele Gemeinden vergitterten oder verschlossen Einflugmöglichkeiten in Kirchtürmen. Die Dohle ist jedoch dringend auf Nistplätze in unseren Siedlungen angewiesen, denn die Populationen der Baum- und Felsbrüter sind zusammengebrochen.

 

Gustav Schindler

 

Der Gartenrotschwanz ist Vogel des Jahres 2011

Wenn Sie, liebes NABU-Mitglied,

einen Gartenrotschwanz im Garten haben, dann können Sie ganz stolz sein. Dann sieht es dort ziemlich naturnah aus, da gibt es dann wohl die wichtigen Bruthöhlen, er brütet nämlich am liebsten in alten Obstbäumen und braucht  eine strukturreiche Umgebung, giftfrei, mit vielen Insekten.

Sein Name täuscht aber: Inzwischen ist der Gartenrotschwanz in den meisten Gärten Deutschlands kaum mehr anzutreffen. Der Bestand des Gartenrotschwanzes in Deutschland wird auf 110.000 bis 160.000 Brutpaare geschätzt. Noch vor 30 Jahren war er etwa drei- bis viermal so hoch. Deshalb haben ihn der NABU und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern zum Vogel des Jahres 2011 gekürt.

Bei uns ist der Gartenrotschwanz als Insektenfresser ein Sommervogel, der den Winter in den Trocken- und Feuchtsavannen Zentralafrikas verbringt und erst im April bei uns auftaucht.

Das Männchen ist auffallend kontrastreich gefärbt: Gesichtsfeld und Kehle sind schwarz, die Stirn und ein nach hinten reichender Überaugenstreif hingegen reinweiß. Oberkopf, Nacken und Rücken sind grau. Die Brustpartie ist lebhaft rostrot gefärbt. Das Weibchen ist unscheinbarer bräunlich gefärbt.

Der Gartenrotschwanz ist als Höhlen- und Halbhöhlenbrüter an alte Baumbestände gebunden. Häufig ist er in Parkanlagen, stark begrünten Villenvierteln, Dorfrändern und Obstgärten anzutreffen.

Die Bestände des Gartenrotschwanzes sind trotz vereinzelter regionaler Erholungen spätestens seit Beginn der 1980er Jahre stark rückläufig. Als Hauptursachen dafür werden neben Lebensraumzerstörungen in den Brutgebieten vor allem tief greifende Veränderungen in den afrikanischen Überwinterungsgebieten, wie verstärkter Pestizid- bzw. Insektizideinsatz oder die folgenschwere Ausdehnung der Sahel-Zone angenommen.

Im Südwesten Deutschlands wird die Brutverbreitung des Jahresvogels 2011 wesentlich von der Ausdehnung des Streuobstbaus bestimmt. In Obstgärten erreicht er hohe Bestände und das ist wohl ein Grund für den deutschen Namen Gartenrotschwanz. Bei uns scheint es größere Bestände noch im Bereich von Walle und Otterstedter Beeke zu geben.

 

Gustav Schindler

Kleiner Vogel mit großen Ansprüchen

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Landesbund für Vogelschutz (LBV), NABU-Partner in Bayern, haben heute in Berlin den Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus) zum „Vogel des Jahres 2011“ gekürt. Der früher weit verbreitete und recht häufige Singvogel mit dem namensgebenden ziegelroten Schwanz ist heute in vielen Regionen selten geworden. Besonders im Westen Deutschlands ist er aus zahlreichen Dörfern und Kleinstädten verschwunden. Immer weniger Gärten genügen heute noch seinen Ansprüchen.

 

„Im Jahr des Gartenrotschwanzes wollen wir auf die Gefährdung dieses farbenprächtigen Vogels aufmerksam machen und zeigen, dass oftmals schon mit einfachen Mitteln neue Lebensräume wie Streuobstwiesen geschaffen werden können", sagte NABU-Vizepräsident Helmut Opitz. Gartenrotschwänze brauchen Nisthöhlen, wie sie vor allem in alten Obstbäumen zu finden sind. Streuobstwiesen zählen daher zu den typischen Lebensräumen. Mit ihren hochstämmigen Obstbäumen, die ein hohes Alter erreichen können, bieten sie sowohl geeignete Brutplätze als auch die notwendigen Sitzwarten, von denen die Vögel nach Insekten jagen.

 

Informationen zum Gartenrotschwanz

Vogel des Jahres 2010 - Der Kormoran

Der Meistertaucher wird oft zu Unrecht verfolgt

Der NABU und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern haben den Kormoran zum „Vogel des Jahres 2010“ gewählt. Die beiden Verbände wollen sich damit offensiv für den Schutz des Kormorans einsetzen, der nach seiner Rückkehr an deutsche Seen, Flüsse und Küsten wieder zu Tausenden geschossen und vertrieben wird. So werden jedes Jahr in Deutschland rund 15.000 Kormorane getötet.

 

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