Baggersee in Cluvenhagen

Am Baggersee in Cluvenhagen, einem der letzten Binnendünengebiete zwischen Bremen und Verden, hat sich eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt niedergelassen. „Ein Teil der hier vorkommenden Arten sind sehr selten“, erklärt Herbert Feder vom NABU. Die NABU-Gruppe Langwedel betreut diese Fläche. Um den Naturschutz mit dem Badebetrieb am See in Einklang zu bringen, hat der NABU Infotafeln aufgestellt. Sie weisen darauf hin, wie Badegäste auf die Tier- und Pflanzengesellschaften Rücksicht nehmen können. Wichtig vor allem: die wenig bewachsenen Sandabhänge nicht betreten und bitte keinen Müll liegen lassen.

Schon vor über zehn Jahren hat der NABU zwei kleine Landschaftsbereiche nahe dem Schullandheim gepachtet und eingezäunt, um den Sandbienen, Grabwespen, Laufkäfern, Heuschrecken, Libellen und anderen Insekten einen geschützten Lebensraum zu geben. „das funktioniert gut, die Leute akzeptieren das“, erzählt Herbert Feder. Nun liegen die Areale auch nicht unmittelbar am Baggersee mit seinem Badeufer. Der Zaun wurde im vergangenen Winter repariert und schützt jetzt wieder vor versehentlichem Betreten. Die Naturschützer haben das Gebiet auch entkusselt, also den jungen Birken- und Kiefernaufwuchs entfernt. Denn gerade der lückige Bewuchs auf den Dünen und die volle Besonnung sind Voraussetzung für das Vorkommen seltener Insektenarten.

Die Dünen bieten z.B. den Sandbienen einen hervorragenden Lebensraum. Sandbienen (nicht zu verwechseln mit den in Völkern lebenden Honigbienen) sind Einzelgänger. Ihren Namen verdanken sie ihrer Eigenschaft, die Brut in Gängen abzulegen, die sie in den Sand gebohrt haben.

In Cluvenhagen wurde auch die Weiden-Seidenbiene entdeckt. Ihre Nahrung sind die Pollen von Weidenbäumen, die in unmittelbarer Nähe wachsen. Weiden wachsen aber nur dort, wo es auch feucht ist. Das ist die Besonderheit am Baggersee, diese Nachbarschaft von Trocken- und Feuchtgebieten. Nicht weit entfernt schlängelt sich die alte Aller durch die Landschaft und auf der anderen Seite dehnt sich das Daverdener Holz aus.

Die Dünen mit ihren Sandabhängen sind für viele Tier- und Pflanzenarten überlebenswichtig. Unscheinbare und selten gewordene Insektenarten können nur hier existieren. Deshalb bittet der NABU, die Sandabhänge „mit lückiger Vegetation“ nicht zu betreten. Wer dort achtlos über den Sand läuft, zerstört die Niströhren der Insekten. Eine Auswahl der Tiere ist auf den Infotafeln abgebildet.

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