Rundbrief Juli 2016

 

 29.7.2016

   

 

Liebe NABU-Freunde,

  

Was gibt`'s Neues? Was war los?

  

Es ist Sommerzeit, die Menschen lassen die Natur in Ruhe. Erst ab Ende September starten die ersten Arbeitseinsätze wieder.

   Bald machen die Schwalben sich wieder auf den Weg in den Süden.

 

Jedoch eine weitere Plakette der Aktion „Schwalben willkommen“ konnte in diesem Sommer vergeben werden, an den Golfcub Verden.

 

Als Vorboten des Sommers gehörten die Schwalben einst zu jedem Dorfbild und als Kulturfolger fanden sie insbesondere in landwirtschaftlichen Gebäuden optimale Nistmöglichkeiten, denn ursprünglich bauten sie ihre Behausungen an Felsen und Höhlenwänden.

 

Doch seit einigen Jahrzehnten ist ein Populationsrückgang zu verzeichnen, der nicht nur auf den Wegfall solch geeigneter Nistmöglichkeiten zurückzuführen ist, sondern auch mit dem Strukturwandel der Landwirtschaft im Allgemeinen zu tun hat.

 

Aber auch der moderne Hausbesitzer hat oft wenig Verständnis für die nicht ganz stubenreinen Tiere, die die Umgebung der Nester oder gar das Auto mit Kot oder Baumaterial beschmutzen.

 

Ganz anders sieht es das Management des Golfclubs Verden und wurde deshalb mit der Plakette des NABU Landesverbandes „Schwalben willkommen“ geehrt.

 

Clubmanagerin Kristin Oehlrich und deren Stellvertreterin Kristina Kamphausen zeigten den NABU-Vertretern Rolf Göbbert, Dietfried Zach und Harald Nolte das umweltbewusste Engagement des Sportvereins. Neben einem Insektenhotel konnten sich die NABU-Vertreter insbesondere von dem Schutz der vielen Rauch- und Mehlschwalbennester überzeugen, die sowohl in den Vereinshallen als auch am Vereinsgebäude zu finden sind.

  

Gruppe Verden:

 

Im Oktober 2005 wurde der ehemalige Lagerplatz der Stadt Verden der NABU-Gruppe Verden zur naturschutzfachlichen Entwicklung per Vertrag überlassen.

 

Mittlerweile hat der NABU dort viele Arbeitsstunden investiert: Draht-Altlasten entfernt, Steine konzentriert zusammen getragen, Anpflanzungen vorgenommen, ein Insektenhotel installiert, Nistkästen aufgehängt, Mähaktionen durchgeführt.

 

Zusätzlich hat Dipl. Biologin Heike Vullmer eine umfassenden Pflanzenbestandserfassung (152 Arten) durchgeführt und sogar einige Arten der Roten Liste ermittelt.

    

 

Heute hat der Weiße Steinklee große Bereiche der ehemals versiegelten Fläche erobert. Schmetterlinge legen ihre Eier an ganz bestimmte Pflanzen ab, die dann im Raupenstadium auch von Vögeln verspeist werden. Je höher der Anteil an unterschiedlichen Wildpflanzenarten ist, desto höher ist auch der Anteil an unterschiedlichen Schmetterlingen (Tag- und Nachtfaltern). So sind auf der Fläche mindestens 21 Tagfalterarten heimisch!

 

Hervorzuheben ist besonders der Schachbrettfalter, der hier an seine nördlichste Grenze trifft. Die Betreuer der Fläche Stefan Schnitter und Hans-Joachim Winter haben sich mit der Erfassung von Vogel- (16) und Fledermausarten (3) befasst. Heute ist die ehemals durch die Stadt Verden genutzte Fläche eine wichtige ökologische Insel inmitten von Maisfeldern und Intensivgrünland. Es ist augenscheinlich, dass die Umgebungsflächen nur einen Bruchteil an Arten aufweist, die auf dem Biotop Dauelser Marsch zu finden sind. Auch die Kindergruppe „Waldmäuse“ verbringt so manche „Lerneinheit“ auf dem Biotop.

   

Gruppe Achim:

  

Das Naturwald-Konzept für den Achimer Stadtwald, das überwiegend Forderungen der NABU-Gruppe beinhaltet, wurde von den politischen Fraktionen im Stadtrat einstimmig beschlossen. Naturwald-Konzept bedeutet eine naturnahe ökologische Waldwirtschaft, deren praktische Umsetzung inzwischen in vielen Wäldern Niedersachsens nachweisbar ist.

 

Gruppe Kirchlinteln:

Die alljährliche Ferienpassaktion am Brammer See mit dem Fledermausexperten Stefan Schnitter wurde wieder von 25 Kindern besucht.

Am 7. August feiert der Kulturkreis Lintelner Geest sein 20-jähriges Bestehen im Müllerhaus. Die NABU-Gruppe wird auch hier verschiedene Aktionen für Kinder anbieten.

 

Gruppe Langwedel:

 

Nach dem Sommer kann im Daverdener Moor mit dem Bau eines Teiches begonnen werden.

 

 Sonstiges:

 

Der NABU begrüßt den Hinweis der Landwirtschaftskammer, dass Wegeseitenränder grundsätzlich nur einmal im Jahr im Herbst nach der Ernte gemäht werden sollen, da diese eine große Bedeutung für den Artenschutz haben. Denn: Mehrmaliges Mähen solcher Saumbiotope aus reinem Ordnungssinn ist naturschutzfachlich nicht zu vertreten und betriebswirtschaftlich nicht sinnvoll. Der NABU unterstützt diesen Hinweis ausdrücklich. Nach eigenen Beobachtungen werden viele Wegeseitenränder viel zu früh und mehrfach gemäht.

 

 

Die nächsten Termine:

 

am 12.August 2016 von 18 bis 20 Uhr

 

Abendexkursion ins NSG Verdener Moor mit Gustav Schindler

 

Treffpunkt: Bushaltestelle Goldbornweg an der Straße zwischen Kükenmoor und Groß Heins

  

am 17. September 2016 von 10 bis ca. 15 Uhr

 

Pilzexkursion, Zubereitung und Verzehr mit Pilzberater Jörg Albers – Naturwissenschaftlicher Verein zu Bremen

 

Anmeldung bei Sylke Bischoff Tel. 04236 567

 

NABU-Mitglieder 15 €, alle anderen 20 €

   

 

 

Viele Grüße

 

Susanne Gerlach

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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