Veranstaltungen finden Sie im aktuellen Rundbrief und hier:

Wiedervernässung von Teilflächen im Badener Moor 
NABU unternimmt einen weiteren Schritt zur Erhöhung der Artenvielfalt im Kreis Verden
Der Schutz der Moore als bedeutender Lebensraum für viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten hat eine über 100jährige Tradition im NABU. Aufbauend auf die jahrzehntelange Erfahrung bei der Sicherung der vielfältigen Ökosystemdienstleistungen hat der NABU sein Engagement in den vergangenen Jahren deutlich verstärkt. Mit der Wiedervernässung von Teilflächen des Badener Moores konnte nun in der Stadt Achim Ortsteil Baden im Landkreis Verden ein weiteres Projekt zum Abschluss gebracht werden. 

Nach ersten Gesprächen im Jahr 2012 wurde bei den Eigentümern der Moorflächen um Zustimmung geworben. Insgesamt erwarb die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe bisher über 17 Hektar des  Moorgebietes. Wichtig dabei war, eigentumsrechtlich möglichst zusammenhängende Flächen zu schaffen, um die Wiedervernässung durchführen zu können. Von den projektierten ca. 20 Hektar Moorflächen wurde zunächst in eínem ersten Teilabschnitt eine ca. 7 ha große Fläche "eingedeicht". Durch einen Damm aus Schwarztorf rund um die ehemaligen Torfabbauflächen und Abdämmen des Grabens zwischen den Torfstichen  wurden  die einzelnen Torfabbauflächen kaskadenartig aufgestaut. Jeder Abschnitt wurde mit regulierbaren Überläufen versehen, um Reguliermöglichkeiten zu haben. in Folge des nassen Winters konnte sich seit Fertigstellung der Arbeiten Mitte Dezember schon viel Wasser anstauen.

 

Umweltverbände NABU und BUND kündigen Widerstand beim Genehmigungsverfahren zur Trinkwasserförderung  am Panzenberg an

 

 

 

VERDEN - Auf die Ankündigung des niedersächsischen Umweltministers Olaf Lies (SPD) bei seinem Besuch vor einigen Tagen im Wasserwerk Panzenberg „die jahrelange Hängepartie für den Trinkwasserverband Verden zu beenden und das Verfahren zur Prüfung weniger strenger Bewirtschaftungsziele schleunigst aufnehmen zu wollen“ reagieren die Umweltverbände NABU Verden und BUND Verden verärgert. Ihre Kritik: „Hier scheinen die Grundsätze der Rechtsstaatlichkeit offenbar über Bord zu gehen. Nach Ablauf der Genehmigung im Jahr 2009 habe der Trinkwasserverband Verden erst im März 2015 einen formellen Antrag für ein neues Bewilligungsverfahren beim Landkreis eingereicht, bis heute im Jahr 2018 sind die Antragsunterlagen immer noch nicht vollständig“. Stattdessen werde der Umweltminister Olaf Lies zur Unterstützung nach Verden eingeladen, der bei dem Gespräch ankündigt hat, „das Verfahren zur Entscheidung über die künftige Trinkwasserförderung weiter voranzubringen und Planungssicherheit für den Trinkwasserverband herstellen zu wollen“. Die Umweltverbände BUND und NABU dazu in ihrer Pressemitteilung: „Für die Verzögerungen sei der Trinkwasserverband verantwortlich, damit gehe eine derzeitige „Hängepartie“ allein auf das Konto des Trinkwasserverbandes Verden.“  

 

 

 

Diese ist aber für den Trinkwasserverband durchaus von Vorteil, denn seit Dezember 2009 fördert er auf Grundlage der abgelaufenen ersten Genehmigung, die 1979 erteilt wurde, mit einer vorläufigen Erlaubnis weiterhin Trinkwasser am Panzenberg in einer Höhe von knapp 10 Mio. Kubikmeter jährlich. 90% der Förderung sind für die swb Vertrieb Bremen GmbH (ehemalige Stadtwerke Bremen) bestimmt, die sich in der Vergangenheit unter anderem an dem Ausbau der Versorgungsleitung nach Bremen beteiligt hatten.

 

 

 

Im Oktober 2015 hat der Landkreis Verden dem Trinkwasserverband Verden mitgeteilt, dass die Förderung von Grundwasser im Halsetal aufgrund der nachgewiesenen Umweltschäden den §§ 27 ff Wasserhaushaltgesetz widerspreche und die Bewilligung nach der derzeitigen Sach- und Rechtslage nicht erteilt werden könne. In der Presse wurde darüber ausgiebig berichtet.

 

Anstatt die möglichen Alternativen zur Trinkwasserversorgung Bremens ernsthaft zu prüfen und umzusetzen, möchte der Trinkwasserverband Verden offenbar mit Unterstützung des Umweltministeriums erreichen, dass die Bewirtschaftungsziele für das Halsetal herabgesetzt werden, damit eine Förderung in der beantragten Höhe erfolgen könne, kritisieren die Umweltverbände NABU und BUND Verden.

 

 

 

Dazu sagt Udo Paepke, Vorsitzender der BUND-Kreisgruppe Verden: „Inzwischen ist durch neue hydrogeologische Gutachten bestätigt, dass die bisherige Bewilligung im Jahr 1979 und auch die vorläufige Erlaubnis ab 2009 auf der Grundlage von unzutreffenden Gutachten erteilt wurden.

 

Die damaligen Gutachten attestierten fälschlicherweise wasserundurchlässige Mergelschichten zwischen den Grundwasserstockwerken, so dass die hohe Fördermenge entgegen den Darstellungen des Trinkwasserverbandes sehr wohl zu erheblichen Verschlechterungen der Oberflächenbiotope und zu katastrophalen ökologischen Schäden geführt hat.“

 

 

 

 

 

Rolf Göbbert, 2. Vorsitzender des NABU Kreisverband Verden e.V. ergänzt: „ Das neue Gutachten von Dr. Schmidt zeigt, dass auch das Einflussgebiet der Trinkwasserförderung viel größer ist, als früher behauptet. Das Modell belegt, dass die Grundwasserabsenkungen bis nach Langwedel, Holtebüttel und Völkersen zu spüren sind. Aus eigener Beobachtung als Nebenerwerbslandwirt registriere ich, wie andere Gewässer in der Gemarkung Holtebüttel seit Jahrzehnten immer weniger Wasser führen und die Anzahl der Amphibien drastisch zurückgegangen ist. Die Folgen der Grundwasserabsenkung im Förderungstrichter von bis zu 9,50 Meter sind deshalb nicht einmal die halbe Wahrheit. Die ökologischen Folgen der Trinkwasserförderung schätze ich viel gravierender ein als die der Erdgasförderung. Sind die Anlieger allerdings nicht direkt wie bei der Erdgasförderung durch Erdstöße oder ähnliches spürbar betroffen, regt sich auch kaum Widerstand.“

 

Göbbert und Paepke kündigen im Namen der Umweltverbände NABU und BUND Widerstand gegen eine weitere Bewilligung der Trinkwasserförderung am Panzenberg in einer Höhe von 9,5 Mio. Kubikmeter pro Jahr an und unterstellen, dass eine Alternativenprüfung nicht ernsthaft betrieben werde. Rolf Göbbert vom NABU Verden: „Ich glaube, dass die Trinkwasserversorger hier und in Bremen aus Kostengründen an der bisherigen Trinkwasserförderung weiter festhalten möchten und deshalb an einem Umdenken nicht interessiert sind. Udo Paepke vom BUND Verden  ergänzt: „Wir müssen bei der Förderung von Trinkwasser ein anderes Bewusstsein im Umgang mit der Natur schaffen“.

 

 

 

 

 

Bild: v.l. Rolf Göbbert vom NABU Verden und Udo Paepke vom BUND Verden am Rinnsal der Halse in Neumühlen

 

Foto: Sabrina Paepke

 

 

Turmfalken willkommen

 

 

 

Frauke und Wilfried Snakker hatten den NABU 2017 gebeten, zu überprüfen, ob sich ein Turmfalken-Kasten an der Johanniskirche installieren lässt. Nun konnte endlich der Wunsch in die Tat umgesetzt werden. H.-Joachim Winter und H.J. Maaß hatten den entsprechenden und speziellen Nistkasten über den NABU-Kreisverband e.V. bestellt. Dieser hat dafür die Kosten übernommen, so dass er nunmehr  fachgerecht eingebaut werden konnte.  

 

Eine spezielle Nische für den Einbau war rasch gefunden. Eine kleine defekte Fensterscheibe musste weichen, so dass die Kastenöffnung direkt vor die Öffnung gestellt werden konnte – so war ein Maßeinbau gewährleistet.

 

Wer nun vom Johannisheim gen Johanniskirche schaut, kann evtl. in Zukunft dem Treiben der Turmfalken zusehen. 

 

 

 

Foto: Arne von Brill

 

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