Rundbrief September 2011

                                       25.9.2011

 

Hallo allerseits,

wer in diesen schönen ersten Herbsttagen durch die Wälder spaziert, wird auf jeden Fall Pilze entdecken. Es ist durchaus möglich, über hundert Arten zu entdecken. Doch leider nimmt auch bei Pilzen die Artenvielfalt stetig ab. Das Bundesamt für Naturschutz bestätigt zwar, dass Pilzsammler nicht die Ursache dafür sind, aber im Zweifelsfall sollt man einen Pilz lieber stehen lassen.

Trotzdem: Für viele Pilzfreunde, Pilzsammler und Pilzesser (die sich mit den Sorten auskennen) ist jetzt die schönste Zeit. Und dazu hier ein Tipp: Eine Ausstellung über die heimische Pilzwelt, Skurriles rund um den Pilz, Beobachtung unterm Mikroskop und eine Frischpilzberatung findet am 8. und 9. Oktober von 10 bis 17 Uhr in Kirchwalsede-Federlohmühlen statt. Am Sonntag 10 Uhr gehts zur Pilzexkursion in die umliegenden Waldungen. Organisiert vom Arbeitskreis Pilzkunde im Naturwissenschaftlichen Verein zu Bremen, vielleicht auch für NABU-Freunde eine nette Ausflugs-Idee.

 

Gruppe Verden:

An einem sonnigen wunderschönen Spätsommernachmittag haben sich die "Waldmäuse" erstmals nach den Sommerferien wieder getroffen. In den Wiesen an der Maulohe ging es um das Thema "Heu". Zuerst war die Frage zu beantworten, was denn nun Heu von Stroh unterscheidet, das war für Stadtkinder nicht ganz einfach. Danach wurde untersucht, ob das duftende Heu nur aus Gras besteht. Nein, denn es ließen sich auch noch Reste von vielen getrockneten Blumen entdecken. Mit Hilfe von Zwirn bastelten die Kinder Heutiere in allen Formen, für die Heu-Enten wurden dann auf der Wiese mit viel Hallo nach Federn gesucht und auch ein paar schöne Exemplare gefunden. Auch ein Heu-Schiff ist entstanden und es wurde mit einer Begleitflotte aus Papierschiffen auf die Reise in der Aller geschickt. Aheu! Die Kinder formten Katzen, Vögel, Hühner, Enten und Hasen. Dann endlich war der Rest des Heus freigegeben und ein paar der Jungs lieferten sich eine begeisterte Heuschlacht und es fiel allen sichtlich schwer, sich auf den Heimweg zu machen.

 

Für den 1. Oktober ist ab 10 Uhr ein Entkusselungstermin am Oister Teich vorgesehen, wenn es der Wasserspiegel zulässt. Sabine hat bereits einige Schneidarbeiten vorgenommen. Es werden wieder helfende Hände gebraucht. Diese Gelegenheit sollte nicht ungenutzt verstreichen, denn der Wasserspiegel ist derzeit sehr niedrig. Bei diesem schönen Herbstwetter vergisst man beim Entkusseln in der schönen Umgebung schon mal, dass es sich ja um "Arbeit" handelt. Also, auf nach Oiste!

 

Gruppe Kirchlinteln:

Der NABU-Infostand auf dem Rübenmarkt war in diesem Jahr mit Plakaten, Fotos und Karten zum Thema " Amphibien" bestückt. Dargestellt wurden die Bereiche, die bei der Krötenwanderung betreut werden. Infos zum Thema und Literatur ergänzten das Angebot . Ein Quiz, Geschicklichkeitsspiele und viele Bestimmungs- und Fachbücher über die Natur lockten wieder viele Interessierte zu den Kirchlintelner NABU-Aktiven.

 

Bei den Gustav-Welge-Teichen sollen die stark ausgetriebenen Weiden zurück geschnitten werden. Das Material bildet dann die Grundlage für eine neue Benjeshecke, die als Abgrenzung zu der Ackerfläche aufgeschichtet werden soll. Diese Aufgabe wird im Rahmen der Projektwoche auch von Schülern der Schule am Lindhoop durchgeführt. Das erste Mal soll auch ein Balkenmäher eingesetzt werden, um die Gräser- und Heideflächen abzumähen. Das abgeschnittene Gut wird dann in die Benjeshecke mit eingebaut. Weiter ist ein Graben von Bewuchs zu räumen. Vor Ort sollen für diese Aktionen die Termine festgelegt werden.

 

Die Exkursion am 3. Oktober wird Josef Jung leiten, da Fritz Ibold verhindert ist.

 

 

Biotoppflegegruppe Holtum:

Stellvertretend für die ganze Gruppe nahmen 11 Personen an der Arbeitssitzung am 17. September teil. Freundlicherweise hat die Freiwillige Feuerwehr Holtum-Geest ihren Raum zur Verfügung gestellt. Die nächsten Arbeitseinsätze sind jetzt konkret.

Am 15. Oktober stehen Mäharbeiten an, gleichzeitig sollen noch einige Büsche zurück geschnitten werden.

Eine Nachpflanzaktion mit Erneuerung der Schutzdrähte findet dann am 29. Oktober statt. Die Pflanzen stellt der Landkreis Verden kostenfrei zur Verfügung.

Im November werden in Zusammenarbeit mit der Verdener NABU-Gruppe die Flächen an den Waller Flachteichen entkusselt.

Im Waldgebiet sollen weitere Nistkasten-Abstandhalter angebracht werden, da doch Erfolge in der Abwehr von Marder und Co. festgestellt wurden.

 

Gruppe Achim:

Ausgerüstet mit Holzharken und guter Laune trafen sich bei schönem Wetter 20 Naturschützer, um den Weserhang in Baden schonend vom Mähgut zu befreien. Um die seltenen Tier- und Pflanzenarten zu schützen, erfolgt die Mahd durch die Stadt Achim erst im Spätsommer. Die NABU-Gruppe Achim wurde hier beim Zusammenharken bereits zum dritten Mal von den Achimer Wanderfreunden unterstützt.

Während der Blütezeit ist der Hang an der Weserpromenade nicht nur ein wertvoller Lebensraum für seltene Pflanzen, Insekten und Schmetterlinge, sondern auch ein Blickfang, denn viele Radfahrer und Spaziergänger erfreuen sich daran. Dank der vielen fleißigen Helfer entstand schon nach kurzer Zeit eine ca. 1000 m lange Aufreihung des Mähgutes. Der Abschluss dieses Einsatzes erfolgte dann mit wohlverdientem Kaffee und Kuchen.

Die Kindergruppe Achim machte erste Herbsterfahrungen: Das Storchennest war bereits verlassen, so konnten die Kinder in Ruhe das Bauwerk betrachten. Der Schwanennachwuchs an den Anglerteichen ist gewachsen, die Schwaneneltern haben jetzt schon stattliche graue Schwanenteenager zu behüten. Hagebutten wurden am Wegesrand entdeckt.. Da schwant einem doch etwas: genau. Mehrere Kinder konnten von Erfahrungen mit dem "Juckpulver" berichten. Auf dem Rückweg erfolgte ein Besuch auf einem Hof mit Pferden und Schafen, wo es viel Wissenswertes über das Leben und die Vorlieben der Schafe sowie das jährliche Scheren zu erfahren gab. Als Erinnerung bekam jeder ein kleines Holzschäfchen.

 

Seit kurzem verfügt die Gruppe über eine zentrale Anlaufstelle im Achimer Rathaus.

Jeden dritten Mittwoch im Monat ist dort ein NABU-Mitstreiter in Raum 20 in der Zeit von 9 bis 12 Uhr anzutreffen. Interessierte können sich mit allen Fragen und Anregungen zum Thema Naturschutz, Tiere und Pflanzen an Mitglieder des NABU wenden. Auf die Ankündigung der verstärkten Öffentlichkeit erfolgte bereits die erste Reaktion, denn der Kindergarten Achimer Schlaumäuse will mit dem NABU eine Exkursion in die Natur unternehmen.

Ab dem kommenden Jahr plant die Achimer Gruppe zusätzlich häufiger an Infoständen auf dem Wochenmarkt über ihre Arbeit zu informieren. Ganz oben auf der Agenda steht zunächst mal die Gestaltung des Stadtwaldes. Der soll möglichst naturbelassen bleiben. Der NABU möchte dort einen Naturerlebnispfad schaffen, aber einen „Wirtschaftswald“ verhindern. Allerdings müssten die sich übermäßig ausbreitenden Birken, Kiefern und die Spätblühende Traubenkirsche jeweils im Herbst entfernt werden.

 

Ein Treffen mit der Achimer Freiwilligenagentur hat zu netten Kontakten geführt. Im nächsten Frühjahr ist ein gemeinsamer Termin mit den Achimer Bogenschützen und NAJU angedacht, es werden Nistkästen gebaut und dort am Vereinsheim aufgehängt.

 

Am 16. Oktober werden auf einer Fahrradttour den neuen Aktiven die einzelnen Projektplätzen in Achim vorgestellt.

 

Gruppe Langwedel:

"Herzlich willkommen in der Langwedeler Marsch am Weser-Kanal.

Der Flachteich wurde im Sept. 2009 vom NABU mit finanzieller Unterstützung des Fleckens Langwedel angelegt. Das Grundstück wird von der NABU-Gruppe Langwedel betreut.

Die Flachwasserzonen lassen das Wasser schnell erwärmen, so können sich dort Pflanzen gut entwickeln. Diese Pflanzen bieten Unterschlupf und Nahrungsgrundlage u.a. für Wasserflöhe, Ruderwanzen u. Köcherfliegenlarven. Das hat zur Folge, das auch „räuberische“ Tierarten, wie Wasserkäfer und Libellenlarven hier siedeln.

Auch die Kaulquappen der Amphibien lieben das warme Wasser.

Der in der Mitte 2 Meter tiefe Teich dient ihnen als Laichgewässer. So hat dieser „Froschteich“ auch seine Funktion für den Erhalt der Weißstörche in unserer Region .

Um Störungen zu vermeiden bitte nicht das Grundstück betreten.

Auf der Höhe des Deiches können Sie nicht nur das Treiben am Teich besser sehen; Sie können dort auch eine Rast auf Ihrer Radtour am Weserradweg einlegen, denn auf der anderen Seite bietet sich Gelegenheit den interessanten Schiffsverkehr auf dem Schleusenkanal zu beobachten."

So lautet der Text auf dem Schild an dem vom Flecken Langwedel finanzierten und vom NABU gepflegten Biotop in Langwedel-Daverden, welches hier kürzlich aufgestellt wurde.

 

Zwischen der Gemeinde und dem NABU besteht seit Jahren eine enge und unkomplizierte Zusammenarbeit

Für 2012 ist die gemeinsame Renaturierung eines Teilstücks des historischen Langwedeler Mühlenbaches im Bereich des "Quappenbruches" geplant . Auch hier wird der Flecken Langwedel wieder die anfallenden Kosten übernehmen, die fachkundige Projektplanung -und durchführung wird die NABU-Gruppe Langwedel übernehmen.

 

 

Sonstiges:

NABU-Exkursionstag auf Gotland mit der UNI Mainz im August 2011:

Bereits 2007 weilte die NABU-Biotoppflegegruppe Holtum auf der schwedischen Ostseeinsel Gotland, um sich von Hans-Jürgen Maaß einige der 30 Naturreservate mit ihren eindrucksvollen Vogel- und Wildblumenarten anzusehen. Nun hatte eine Studentin vom Geographie-Kurs der Universität Mainz Kontakt mit dem NABU-Verden aufgenommen und fragte an, ob eine Tagesexkursion auf Gotland möglich wäre.

Da der Besuch der Uni Mainz (angekommen mit einem Segelschiff) zeitgleich mit dem Aufenthalt von H.-J. Maaß auf Gotland erfolgte, war rasch ein Exkursionstermin gefunden. Mit 3 VW-Bussen und 17 Personen ging es vom Hafen Visby zu den Naturreservaten Brucebo und Hall-Hangvar. Beeindruckend für die Studenten waren vor allem die imposanten Klippenbereiche, die man bisher eher aus südlichen Gefilden kannte, aber auch die noch blühende Vegetation mit Ährigem Ehrenpreis, Natternkopf, Acker-Wachtelweizen und vielen verblühten Orchideenarten. Zahlreiche Gräberfelder (Radkreuz- und Steinhügelgräber, so wie Schiffssetzungen) aus den verschiedensten Epochen Gotlands komplettierten den Eindruck.

Bei der Weiterfahrt zur nördl. Insel Fårö wurden an zwei Stellen kreisende Seeadler und ein jagender Wanderfalke entdeckt.

Nach einer 10-minütigen kostenfreien Fährüberfahrt wurde die Heimatinsel Ingmar Bergmans erkundet. Angesteuert wurden Sudersand mit seinem 4 km langen Sandstrand, die eindrucksvolle Dünenlandschaft Ulla Hau und abschließend die imposanten Raukformationen von Langhammars, bzw. Digerhuved. Da die Krimireihen „Der Kommissar und das Meer“ und „Maria Wern, Kripo Gotland“ u.a. auch auf Fårö gedreht wurden, konnte H.-J. Maaß den Studenten einige Drehorte zeigen. Gegen Abend kamen die Exkursionsteilnehmer mit vielen Eindrücken behaftet zum Hafen Visbys zurück. Hier wartete allerdings noch ein Höhepunkt auf die Studenten, denn vor ihrem eigenen 2-Master ankerte die wohl bekannteste 3 Mast-Bark Deutschlands, die Alexander von Humboldt mit ihren grünen Segeln. Weitere Infos: gotlandica@web.de

 

 

Die nächsten Termine:

 

3. Oktober 2011

Bird Watch Day in Kirchlinteln. 10 -12.30 Uhr Exkursion mit Josef Jung, kostenfrei

Vogelwelt der offenen Landschaft

Treffpunkt ist am Müllerhaus in Brunsbrock

 

16. Oktober 2011

Radtour in Achim für neue Aktive

Die NABU Gruppe stellt den neuen Aktiven die einzelnen Projektplätze vor.

Treffpunkt ist um 14 Uhr an der Streuobstwiese in der Achimer Marsch.

     

27. Oktober 2011

"Der Moorfrosch - Juwel der heimischen Amphibienfauna"ein Vortrag von Dr. Dieter Gandt um 20 Uhr im Gasthaus "Alter Krug" in Oyten. Dr. Gandt ist einer der renommiertesten Herpetologen und erfolgreicher Buchautor.

NABU-Mitglieder frei, sonst 3 Euro.

     

8. November 2011

Renaturierungsmaßnahmen Vortrag mit Thomas Arkenau

Renaturierung von Fließgewässern im Landkreis Verden

um 19.30 Uhr im Müllerhaus Kirchlinteln-Brunsbrock

NABU-Mitglieder und Kinder frei, sonst 3 Euro

 

 

 

Viele Grüße

Susanne Gerlach

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