Hallo allerseits,
Es wird langsam Sommer, Arbeitseinsätze sind zur Zeit nicht angesagt, um die Natur in Ruhe zu lassen.
Gruppe Verden:
Dieser Mai hatte schon etwas Besonderes:
Seit über 20 Jahren kartiert der NABU-Kreisverband die Vogelarten im Bürgerpark, wo sonst jährlich ein bis zwei Paare Nachtigallen ihre Brut aufzogen. Nach sieben Jahren Abstinenz kehrte in diesem Jahr ein Nachtigallen-Männchen zurück und erfreut die Besucher des Parks teilweise auch am Tage mit prächtigem Gesang. Sicherlich ist die Rückkehr darauf zurückzuführen, dass die Stadtbediensteten das Untergehölz nicht so radikal zurück geschnitten haben. Nun hoffen die Ornithologen darauf, dass auch ein Weibchen, das sich erst später einstellt, die besonderen Flötentöne erhört.
Im Verdener Stadtwald sind Schädlingsbekämpfer besonderer Art tätig:
Was der Besucher oder Jogger im Stadtwald momentan erlebt, ist sicherlich einmalig. Nicht nur, dass sich ab und an Raupen im Haar oder auf der Kleidung befinden, welche an einem langen Faden von den Laubbäumen heruntergleiten, nein, auch die große Anzahl an Vogelarten, die sich an den Raupen gütlich tun, sind schon sehenswert. Besorgte Bürger vermuteten bereits eine neue Krähenkolonie im Stadtwald. Doch es ist ganz anders.
Große Schwärme von Saatkrähen - sonst weniger im Wald zu finden - Dohlen, Eichelhäher, Ringeltauben und Sperlinge laben sich seit ein paar Tagen an den ca. 3-5 cm langen Raupen des Großen Frostspanners und Kleinen Frostpanners.
Aus den überwinternden Eiern der Frostspanner schlüpfen Raupen, die Eichen, Buchen, Ahorn und andere Laubbaumarten befallen. Hierbei kann es sogar zum Kahlfraß kommen, was der Baum aber wieder durch einen Johannistrieb wettmachen kann.
Zur Weiterentwicklung lassen sich die Raupen an einem Faden aus allen Regionen des Baumes herabsinken und verpuppen sich im Bodenstreu, falls einer der ökologischen Schädlingsbekämpfer sie in Frieden lässt.
Gruppe Kirchlinteln:
Am 22. Mai 2011 fand eine vogelkundliche Frühwanderung rund ums Müllerhaus in Brunsbrock-Schmomühlen statt. Schon um 06:00 Uhr trafen sich 17 Interessierte, um mit Hans-Joachim Winter gemeinsam Vogelstimmen anzuhören und zu bestimmen.
Die Strecke führte bei herrlichem frühsommerlichen Wetter durch Wiesen und ein Waldstück bis zur offenen Landschaft mit Ackerflächen. Dabei waren über 30 Vogelarten mit ihrem Gesang zu hören, manche ließen sich im Vorbeiflug bestaunen: Amsel, Bachstelze, Blaumeise, Bluthänfling, Buchfink, Dorngrasmücke, Elster, Fitis, Gartenbaumläufer, Gartengrasmücke, Gelbspötter, Goldammer, Grünfink, Hausrotschwanz, Klappergrasmücke, Kohlmeise, Kuckuck, Lerche, Mäusebussard, Mönchsgrasmücke, Rabenkrähe, Rauchschwalbe, Ringeltaube, Rotkehlchen, Rotmilan(Gabelweihe), Schafstelze, Schwarzkehlchen, Star, Wachtel, Waldlaubsänger, Wiesenpieper, Wintergoldhähnchen.
Nach der Rückkehr konnten sich die Frühaufsteher bei einem gemeinsamen Frühstück im Müllerhaus stärken.
Alle Mitglieder der Kirchlintelner NABU-Gruppe werden demnächst zu einem Sommer-Cafe`, ebenfalls im Müllerhaus, eingeladen. Bei dem geselligen Beisammensein aktiver und passiver Vereinsmitglieder, soll die Arbeit und Aktivität der Gruppe dargestellt und erläutert werden. Vielleicht vergrößert sich hierdurch der Kreis der Aktiven.
Gruppe Achim:
Der Wolf war hier ein Thema.
Wolf in Achim??? Nein, nicht ganz. Die NABU-Landesarbeitsgruppe Wolf in Niedersachsen - vertreten durch Olaf Buschmann aus Oldenburg - war mit einem Infostand am Wolfscenter präsent. Die Organisation hierbei hatte die NABU-Gruppe Achim mit Corinna Stuck in Zusammenarbeit mit Kerstin Fröhling aus Kirchlinteln übernommen. Angetrieben von Idealismus und mit Unterstützung von Vereinen wurde beim „Wolfstag Spezial" im Wolfcenter in Barme die Rückkehr des Wolfes in heimische Breiten thematisiert und um eine friedliche Koexistenz von Mensch und Tier geworben.
Fachleute wie Jens Hennings vom Freundeskreis freilebender Wölfe, Olaf Buschmann oder Corinna Stuck aus Achim und ihre Mitstreiter vom NABU-Landesverband und der Ortsgruppe Achim klärten auf und verteilten Informationsbroschüren, um weit verbreiteten Mythen und Schauermärchen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Niemand müsse sich vorm „bösen Wolf" ängstigen.
Das Bild, das die Gebrüder Grimm in ihren Märchen vom bösen Wolf malten, hat sich in den Köpfen der Menschen festgesetzt. Vorurteile gepaart mit Unwissenheit gegenüber den Vierbeinern seien Schuld daran. Fachleute wie Hennings werben daher um Verständnis für den unter Schutz stehenden und wild lebenden Bruder des Hundes. Er dürfe nicht abgeschossen werden.
Und es gibt Vorbehalte. Jäger befürchten die Dezimierung des Wildes, Schäfer bangen um ihre Herden. Experte Hennings argumentiert: „Wo der Wolf ist, lebt der Wald." Er meint: Der Wolf reguliere auf natürliche Weise Wildbestände.
Der Aktionstag kam jedenfalls sehr gut an. Viele Besucher hatten ihren Spaziergang in das Wolfcenter verlegt und ereignisreiche sowie tierisch informative und unterhaltsame Stunden genossen. Und sich nebenbei über den NABU informieren können.
Eine Begehung des Stadtwaldes zusammen mit dem Förster, der Stadtverwaltung und einigen Bürgern zwecks Austausch von Informationen und Erläuterungen zur Vorgehensweise beim Waldumbau fand statt. In der anschließenden Sitzung hat die Achimer NABU-Gruppe eine Stellungnahme an die Verwaltung der Stadt Achim, die Ausschussmitglieder und die Presse abgegeben. Verwaltung und Politik haben einstimmig eine Änderung der Vorgehensweise nach Diskussion in der Form beschlossen, dass weitere Maßnahmen zuvor im Ausschuss und mit den Bürgern (in der bereits bestehenden AG) diskutiert werden.
Vom Landkreis wurde der Bau der Norddeutsche Erdgasleitung südlich des Ellisee's durch das Naturschutzgebiet genehmigt, da nach Aussage der Stadtverwaltung keinerlei Bedenken geäußert wurden. Hier bleibt zu beobachten, ob das Gebiet im Anschluss wieder so hergerichtet wird, dass der Sandtrockenrasen wieder wächst und sich Heide und Ginster ansiedeln.
Am Wochenende wird der Falkenhorst in Walle kontrolliert. Experte Harald Gerken vermutet, dass das Erstgelege geklaut wurde, da ein zweiter Aufbau erfolgte. Wer war es?
Biotoppflegegruppe Holtum:
Der Bagger war schon da.
Im Landkreis Verden fehlen viele Stillgewässer, damit sich die Amphibienpopulationen entsprechend entwickeln können Die Frühjahrstrockenheit setzt dieser Artengruppe erheblich zu, da viele Kleingewässer ausgetrocknet sind.
Diesem Zustand wirkt nun der NABU auf seinem eigenen Grundstück im Holtumer Moor entgegen, wo mit Unterstützung der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung ein neues Kleingewässer angelegt wird.
Hiermit werden die Lebensgrundlagen für 5 Amphibienarten, die im Holtumer Moor heimisch sind, weiter verbessert.
Ohne die Bingo-Mittel und weitere Privatspenden wäre der Landkreis Verden allerdings um ein intaktes Amphibiengewässer ärmer. Bereits zum 5. Mal spendete NABU-Mitglied L. Engelmann aus Verden für den Goy-Fonds eine größere Summe zum Schutze des Holtumer Moores. So kommt die großzügige Spende gerade richtig.
Leider werden viele landwirtschaftliche Flächen im Moor drainiert, so dass manches Kleingewässer in unmittelbarer Nachbarschaft auszutrocknen droht.
Sonstiges:
Es ist bestätigt: frei lebende Wölfe in Niedersachsen!
Aktuell gibt es aktuell zwei neue Wolfssichtungen in Niedersachsen, die von Fachleuten bestätigt wurden. Im Rahmen seines NABU-Projektes 'Willkommen Wolf!' setzt sich der NABU für den Schutz der Wölfe in Deutschland und auch in Niedersachsen ein. Ein Großteil der Bevölkerung begrüßt die Rückkehr des Wolfes: Willkommen Wolf!
Bereits im April gab es Sichtungen eines Wolfes auf dem Truppenübungsplatz Munster. Es besteht die Möglichkeit, dass es sich hierbei um den Wolf handelt, der bereits Ende März bei Maschen in der Nähe von Hamburg Aufsehen erregte.
Ein weiterer Wolf ist nun Anfang Mai in den Landkreisen Lüchow-Dannenberg und Lüneburg registriert worden. Hierbei handelt es sich um die etwa einjährige Wölfin "Zora" aus dem in Sachsen-Anhalt lebenden Wolfsrudel. Im Frühjahr wurden dort zwei junge Wölfinnen mit Halsbandsendern ausgestattet, um ihre Wanderung verfolgen zu können, daher kann der Aufenthalt von "Zora" in Niedersachsen eindeutig belegt werden.
"Mit Spannung verfolgen wir, ob die beiden zurzeit auf niedersächsischem Gebiet wandernden Tiere demnächst aufeinander treffen. Sollte es sich bei dem Wolf vom Truppenübungsplatz um ein männliches Tier handeln, könnte sich die erste Wolfsfamilie in Niedersachsen seit Jahrhunderten bilden", erklärte Dr. Holger Buschmann, NABU-Landesvorsitzender Niedersachsen. Falls es sich jedoch um einen Bruder von 'Zora' handeln sollte, der sich wie seine Schwester auf Wanderschaft befindet, müssten beide weiter die Umgebung auf Partnersuche durchstreifen. Eine Paarbildung ist unter Wolfsgeschwistern nicht üblich. Die graubraunen europäischen Wölfe (Canis lupus) leben im Familienverband, dem Rudel, das aus den Elterntieren und den Jungwölfen besteht. Auf ihren Streifzügen legen Wölfe oft 20 Kilometer oder mehr zurück, so dass Jungwölfe die das Rudel verlassen sich oft in großer Entfernung neu ansiedeln.
Der NABU fordert daher die Jäger in Niedersachsen auf, keine im Wald frei laufenden Hunde zu schießen. "Die Gefahr 'aus Versehen' einen Wolf zu erschießen muss ausgeschlossen werden. Der Wolf ist eine streng geschützte Art, die nicht getötet werden darf", betonte Helmut Weiß, Sprecher der NABU-Landesarbeitsgruppe Wolf in Niedersachsen. "Jeder, der den Wald zur Jagdausübung betritt, müsse akzeptieren, dass sich bereits ein natürlicher 'Jagdgenosse' mit älteren Rechten darin aufhalten könne. Diese Erkenntnis müsse wieder zur Normalität und Selbstverständlichkeit werden, wie sie es Jahrhunderte lang gewesen ist. Nur dann habe der Wolf die Chance, nicht erneut aus seinem ursprünglichen Lebensraum vertrieben zu werden".
Die nächsten Termine:
1. Juni 2011
Feierabend-Spaziergang durch das Große und Weiße Moor bei Kirchwalsede von 18.00 bis 21.00 Uhr. Frühsommerliche Abendstimmung und Interessantes im Moor mit Hans-Jürgen Maaß und Heike Vullmer, kostenfrei.
Treffpunkt: Raiffeisentankstelle in Verden-Walle
24. Juni 2011
Abendexkursion in das Naturschutzgebiet Verdener Moor von 19.00 bis 21.00 Uhr mit Gustav Schindler
Treffpunkt: Goldbornweg zwischen Kükenmoor und Groß Heins
24. Juni 2011
Sommerfest in Ottersberg ab 19 Uhr
9. Juli 2011
Tümpeltour für Groß und Klein von 15.00 bis 17.00 Uhr mit Hans-Jürgen Maaß und Heike Vullmer, kostenfrei
Treffpunkt: Parkplatz an der K11 von Walle nach Holtum
Viele Grüße
Susanne Gerlach