Eine Begehung des Holtumer Moors zum Jahresabschluss
Kirchlinteln - HOLTUM (GEEST) (wb) · Eine Begehung des Holtumer Moors zum Jahresabschluss hat bei der dort seit vielen Jahren aktiven Nabu-Biotoppflegegruppe schon Tradition. Schnee und Kälte sind für die Naturschützer kein Hindernis. Vom Goy-Stein ging es zusammen mit Gästen warm eingepackt zu Fuß durch die verschneite Winterlandschaft.
Der Frost hing an diesem Mittag immer noch fest in den Baumkronen und Gräsern. Die Luft war so diesig, dass man von dem Stein, der an den ehemaligen Vorsitzenden Reinhard Goy erinnert, längst nicht so weit schauen konnte wie sonst. Dass es den Naturschützern bei ihrer Arbeit keineswegs an Weitblick fehlt, zeigt die Gesamtschau auf das Naturschutzprojekt.
1979 kaufte der Nabu die ersten Flächen, inzwischen kann er 26 Hektar sein Eigen nennen. Zusammen mit den Flächen des Landkreises und von Privatpersonen ist das Naturschutzgebiet in 31 Jahren auf beachtliche 60 Hektar angewachsen.
Bedauern klingt mit, als Hans-Jürgen Maaß, Mitglied der Biotoppflegegruppe, erklärt, dass man im vergangenen Jahr keine weiteren Flächen erwerben konnte. „Die Bauern verkaufen nicht mehr", so der Verdener, betonte aber zugleich, wie gut das Zusammenspiel von Landwirten und Naturschützern in dem Gebiet ist.
Ein großer Teil der Flächen wurde an Landwirte verpachtet, als Pächter haben sie sich jedoch verpflichtet, dort keine Schädlingsbekämpfungsmittel oder Gülle auszubringen. In Zeiten, in denen immer mehr Mais angebaut wird, könne man froh sein, dass es noch Landwirte gibt, die Grünflächennutzung betreiben, sagte der Naturschützer.
Als man vor drei Jahrzehnten begann, habe man bewusst nicht auf Pacht gesetzt. „Das wäre zu kurzfristig gedacht gewesen", sagte Maaß und betonte, dass der Flächenkauf ohne Spenden nicht möglich gewesen wäre. Nur mit deren Hilfe konnte man inzwischen selten gewordene Pflanzen- und Tierarten im Holtumer Moor erhalten. Dort wächst noch die Arnika, und auch der Eisvogel ist dort heimisch.
Im vergangenen Jahr haben die Naturschützer Pflanzaktionen durchgeführt, 2011 wollen sie einen weiteren Tümpel und bestehende Teiche ausbauen. Sie bieten den verschiedensten Amphibienarten sicheren Lebensraum. Unter anderem der Ringelnatter, die im Gegensatz zu den Rehen, die den Naturschützern bei deren rund zweistündigen Marsch durchs Moor verwundert entgegengeblickten, in der Winterstarre die kalten Monate übersteht.
Im Frühjahr wird sie wieder aktiv, und spätestens dann kommen auch die Naturschützer wieder. Mit den nötigen Gerätschaften und einer großen Portion Enthusiasmus. Wer die Biotoppflegegruppe finanziell oder tatkräftig unterstützen möchte, kann sich mit Hans-Jürgen Maaß unter der Telefonnummer 04231/84182 in Verbindung setzen.