Keine Angst vorm Wolf

Viele Infos am Aktionstag im Barmer Center /

Mittlerweile 33 000 Besucher

Dörverden - Beim Thema Wolf spitzen viele die Ohren und werden neugierig. Kaum ein anderes Wildtier Europas spaltet derart die Gemüter, wenn es um die Frage seiner Rückkehr und Gefährlichkeit geht. Dies gilt besonders, seitdem Isegrim sich in einigen Regionen Deutschlands wieder etabliert hat.

Die Kinder konnten die jungen Wölfe bei der Fütterung im Gehege beobachten.

Ein Spaziergang durch den Wald und plötzlich funkeln bernsteinfarbene Wolfsaugen durch das Unterholz. „Das wird es möglicherweise bald wieder geben", meint Jens Hennings vom Freundeskreis freilebender Wölfe. Angetrieben von Idealismus und mit Unterstützung von Vereinen wie NABU oder dem Freundeskreis freilebender Wölfe, wurde beim „Wolfstag Spezial" im Wolfcenter in Barme die Rückkehr des Wolfes in heimische Breiten thematisiert und um eine friedliche Koexistenz von Mensch und Tier geworben.

Fachleute wie Hennings oder Corinna Struck und ihre Mitstreiter vom NABU- Landesverband und der Ortsgruppe Achim klärten auf und verteilten Informationsbroschüren, um weit verbreiteten Mythen und Schauermärchen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Niemand müsse sich vorm „bösen Wolf" ängstigen.

Das Bild, das die Gebrüder Grimm in ihren Märchen vom bösen Wolf malten, hat sich in den Köpfen der Menschen festgesetzt. Vorurteile gepaart mit Unwissenheit gegenüber den Vierbeinern seien Schuld daran. Fachleute wie Hennings werben daher um Verständnis für den unter Schutz stehenden und wild lebenden Bruder des Hundes. Er dürfe nicht abgeschossen werden. Doch es gibt Vorbehalte. Jäger befürchten die Dezimierung des Wildes, Schäfer bangen um ihre Herden. Experte Hennings argumentiert: „Wo der Wolf ist, lebt der Wald." Er meint: Der Wolf reguliere auf natürliche Weise Wildbestände.

Der Aktionstag kam jedenfalls sehr gut an. Viele Besucher hatten ihren Spaziergang in das Wolfcenter verlegt und ereignisreiche sowie tierisch informative und unterhaltsame Stunden genossen. Zu den weiteren Highlights gehörten neben den Führungen vor allem die beiden Kinderführungen und das Schaufüttern der jetzt einjährigen sechs Jungwölfe, die im Wolfcenter bekanntlich von Hand aufgezogen wurden. Außerdem waren zwei Berufsschäfer vor Ort, Polarhundehalter informierten über die Hunderassen und über ihr Hobby „Hundeschlittenfahren", die Polarhunde-Nothilfe hatte einen Stand aufgebaut und eine Maskenbildnerin schminkte auf Wunsch die jüngsten Besucher.

Auch die Beteiligung an der Wissensrallye war hoch. „Das Interesse ist beeindruckend und stimmt uns optimistisch", so Frank Fass , der das Wolfcenter gemeinsam mit seiner Frau Christina betreibt. Und für Optimismus hat das Ehepaar allen Grund: Seit der Eröffnung wurden 33 000 Besucher gezählt und damit die Erwartungen der Betreiber sogar übertroffen. · nie

 VAZ 25.5.2011

 

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