Langwedel-Cluvenhagen. Von dem ehemals großen Obstgarten in Lindholz waren gerade noch vier Bäume übrig geblieben. Sie haben jetzt Gesellschaft bekommen: Eigentümer Jens Rosebrock und Pächter Carsten Meyer hoffen, dass sich die neu gepflanzten zehn Obstbäume alter Sorten prächtig entwickeln.
Organisiert wurde die Pflanzaktion vom NABU Langwedel. Geliefert wurden die Bäume von der Baumschule Witte, bezahlt wurden sie je zur Hälfte vom Flecken Langwedel und dem Landkreis Verden. Als Pflanzer betätigten sich Jugendliche, die vom Bildungswerk Niedersächsische Volkshochschule Rotenburg zu Landschaftsgärtnern ausgebildet werden. Gärtnermeister Peter Friedrich erklärte und zeigte ihnen die einzelnen Schritte vom Ausheben des Pflanzlochs bis hin zum richtigen Anbinden der Bäume.
"Obstwiesen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas", so Herbert Feder vom NABU in einer Pressemitteilung. Etwa 3000 Arten, darunter viele Insekten, Vögel und Kleinsäuger, seien auf ihnen nachgewiesen worden. "Je älter die Bäume werden, desto wertvoller werden sie für den Naturschutz." Denn alte Bäume bildeten Risse und Höhlen, die von vielen Tierarten genutzt würden.
Dazu zähle der Gartenrotschwanz, vom NABU zum Vogel des Jahres 2011 gewählt. Seine Bestände seien in den vergangenen Jahren stetig zurückgegangen - auch deshalb, weil es viele alte Obstwiesen nicht mehr gäbe. Die Fläche am Ortsrand von Cluvenhagen eigne sich ideal für einen Obstgarten, weiß Feder. Weil sie auch als Umtriebsweide für den Bullen "Matthaus" und seine Scottish Highland-Rinder dient, wurden die Bäume mit drei Pfählen und Drahtmanschetten geschützt.
Wer ebenfalls Interesse an einer Obstwiese hat, kann sich unter der Telefonnummer 04232/944127 an den NABU Langwedel wenden.
Achimer Kurier 25.2.2011