Entkusselungsarbeiten mit Schülern im Verdener Moor
HEINS (rei)Etwas anstrengend war es schon. Aber die Sechstklässler aus Kirchlinteln hatten viel Energie mitgebracht und konnten sich im Moor so richtig auspowern. Den rund 60 Jungen und Mädchen von der Schule am Lindhoop war beim Entkusseln in Goldborn kein Ast zu schwer, kein Weg zu weit.
„Die sind richtig fleißig", sagte Hermann Köster vom NABU Kirchlinteln zufrieden. Mit Unterstützung des Naturschutzexperten und seiner Kollegin Christa Dorn-Welge lernten die Schüler und deren Lehrerinnen Jessica Koch, Margrit Friese und Katrin Oevermann, wie man junge Bäume und Gebüsch stutzt und danach das Schnittholz in der Nähe zu Haufen aufschichtet. Am Ende des Vormittags waren die Haufen schon so angewachsen, dass sie in Zukunft zahlreichen Kleinlebewesen eine Rückzugsmöglichkeit bieten werden.
„Die Jugendlichen haben sich sehr viel Mühe gegeben. Wir haben heute viel geschafft", freute sich Hermann Köster, der auch den Einsatz der Lehrerinnen lobte, die sich nicht zu schade waren, selbst kräftig Hand anzulegen. Dabei war das gar nicht so einfach: Auf dem unebenen Gelände sank man nämlich immer wieder ein wenig im nassen Untergrund ein.
Während immer jeweils zwei Klassen gemeinsam arbeiteten, durfte die dritte Klasse mit Christa Dorn-Welge eine Exkursion durch das Moor machen. Sie lernten die typischen Pflanzen in dieser Gegend kennen, Moosbeeren und Rosmarinheide und natürlich das Pfeifengras. Sie hielten Ausschau nach Hasen und Rehwild und lernten den Unterschied zwischen Hoch- und Niedermoor kennen.
Angst, im Moor einzusinken, hatten die Kinder nicht. Zum einen hatten sie sich zu diesem Zweck mit Gummistiefeln ausgestattet, zum anderen wussten sie ja, dass nichts passieren kann, wenn man in Sichtweite bleibt und die Pfade nicht verlässt.
Hermann Köster informierte die jungen Helfer nebenbei, was das Entkusseln, die Beseitigung der Pflanzen, die nicht ins Moor gehören, eigentlich soll: Das aufwachsende Gehölz, hier Birken und Kiefern, entziehen dem Moor das Wasser, das für ein feuchtes Gelände nötig ist.
VAZ 20.11.2010