Von der Öffentlichkeit bisher unbemerkt, plant die niedersächsische Landesregierung riesige neue Abbaugebiete für Torf und Kies im Landkreis Verden. Zwischen Badenermoor und Posthausen soll ein 157 ha großes Moorgebiet als Vorranggebiet für den Torfabbau und in der Achim-Bierdener Marsch eine Fläche von 76 ha für den Kiesabbau neu ausgewiesen werden. Der NABU lehnt die Pläne entschieden ab und fordert den Erhalt der Landschaften. "Die Pläne verstoßen klar gegen die Festlegungen im Landschaftsrahmenplan", stellt NABU-Kreisvorsitzender Bernd Witthuhn fest. "Das Moorgebiet wurde zu Beginn der 80er-Jahre sogar in das Moorschutzprogramm der damaligen Landesregierung aufgenommen. Nun ist davon keine Rede mehr", kritisiert Witthuhn. Hier soll ganz offenbar Lobbypolitik für die Torfindustrie betrieben werden. Torf gehört ins Moor und nicht in den Garten." Moore sind nach Aussage des NABU wichtig für den Natur- und Klimaschutz und müssen daher unbedingt erhalten bleiben. Ziel muss die Wiedervernässung und nicht die Zerstörung sein. Beim Entwässern von Mooren und dem Abbau von Torf werden riesige Mengen CO2 Freigesetzt.
Weiter fordert der NABU auch einen Erhalt der Heckenlandschaft in der Achim-Bierdener Marsch, die sogar unter Landschaftsschutz steht. Der NABU bittet die Bevölkerung und die betroffenen Kommunen, sich gegen die Pläne zu wehren und mit den örtlichen Landtagsabgeordeten zu sprechen. Noch gäbe es eine Chance, dass die Pläne geändert werden. Eingesehen werden können die Pläne im Internet unter www.lrop-online.de .
Anlage: 3 Lagerskizzen (pdf)
Okt.2010