Mit NABU das Moor entkusselt

Jugendwehr bei Tag der Umwelt aktiv

 

HEINS/KIRCHLINTELN (rö) „Die Jugendfeuerwehr ist an uns herangetreten, weil sie sich bei etwas anderem zum jährlichen Tag der Umwelt engagieren wollten", erläuterte Hermann Köster vom NABU Kirchlinteln. Während die Jugendlichen aus Neddenaverbergen eine Moorfläche entkusselten, war die Gruppe aus Kirchlinteln am Osterfeuerplatz am Ort aktiv.

 „Für uns Neddener ist diese Naturschutzpflege die erste Aktion dieser Art", erzählte Anke Östmann, stellvertretende Jugendfeuerwehrwartin in Neddenaverbergen. Bisher sei am Tag der Umwelt häufig zum Müllsammeln aufgerufen worden. Nun freuten sich die Mädchen und Jungen und ihre vier Betreuer, die Mitglieder des NABU unterstützen zu können.

 Die Erwachsenen waren mit Motorsägen damit beschäftigt, junge Bäume und Gebüsch zu stutzen. Die Jugendlichen schichteten das Schnittholz in der Nähe zu kleineren Haufen, die so manchen Kleinlebewesen eine Rückzugsmöglichkeit bieten sollen. „Die Jugendlichen haben uns toll bei der Arbeit unterstützt, und es hat ihnen sichtlich sehr viel Spaß gemacht", freute sich Hermann Köster. „Obwohl manche vielleicht doch etwas vom ungewohnten Gehen im unebenen Gelände und dem Schleppen des Gehölzes geschlaucht sind", ergänzte Anke Östmann schmunzelnd, während sich alle in der Frühstückspause Brötchen, Kaffee und andere Getränke schmecken ließen.

 Köster möchte den so interessierten Feuerwehr-Nachwuchs nun zu einer naturkundlichen Exkursion ins Naturschutzgebiet einladen und sie über das Gelände informieren. Am Rande der Aktion am Sonnabend erfuhren sie aber schon einiges über das Entkusseln, wie der Fachmann die Beseitigung der Pflanzen nennt, die nicht ins Moor gehören und es schädigen. Beispielweise wird das aufwachsende Gehölz, zumeist Kiefer oder Birke, entfernt. „Birken entziehen dem Moor das Wasser, das für ein ursprünglich feuchtes Gelände nötig ist", erläuterte Hermann Köster.

Zur gleichen Zeit trafen sich 16 Jugendliche der Jugendfeuerwehr aus Kirchlinteln mit ihren drei Betreuern am Osterfeuerplatz, um Heinrich Lühmann und Gustav Schindler sowie weitere Helfern vom NABU bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Hier ging es darum, eine Wallhecke um einen Teich, einem wichtigen Amphibienbiotop, auf den Stock zu setzen, damit wieder Licht und Wind an die Wasserfläche gelangt.

 „Das bedeutet aber keine Kahlschlagpflege", betonte Schindler, der sich ebenfalls über die sehr engagierte Beteiligung der jungen Feuerwehrmänner freute, die wiederholt werden sollte. Die Jugendlichen wurden nach dem Einsatz mit Würstchen versorgt.

 

VAZ 1.11.2010

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