Die Dohle ist „Vogel des Jahres 2012“

Foto: NABU Rolf Jürgens Foto: NABU Rolf Jürgens

 

Bis heute teilt sie das Schicksal ihrer schwarz gefiederten Verwandten: Früher galt sie als Unglücksbringer, der Krankheiten wie die Pest und damit den Tod ankündigte. Auf mittelalterlichen Abbildungen sind Dohlen häufig zusammen mit Hexen zu sehen. Dass aber die Dohle zu einer der intelligentesten heimischen Vogelarten zählt, wissen nur wenige.

 

Dohlen lernen, die menschliche Sprache nachzuahmen. Da Dohlen auch immer öfter in Städten anzutreffen sind, kommt es mittlerweile sogar vor, dass einzelne Tiere Mobiltelefon-Klingeltöne zu ihren Gesängen hinzugefügt haben.

 

Konrad Lorenz hat sie geliebt, diese gelehrigen schwarzen Vögel, besonders ihre ungewöhnliche Lernfähigkeit. Die Prägung auf Feinde vergessen Dohlen niemals.

 

Die silbrig-schwarzen Rabenvögel - die deutlich kleiner als Krähen sind - machen meist durch ein kräftiges "kjakk" auf sich aufmerksam, mit dem die gesellig lebenden Vögel untereinander Kontakt halten. Zu Gesicht bekommt man Dohlen entweder in stattlicheren Baumkronen, auf höheren Gebäuden, oder aber am Boden, wo sie bevorzugt nach Insekten und deren Larven, Schnecken und Würmern suchen.

 

Teils aus Unwissenheit oder Gedankenlosigkeit, teils aus Absicht zerstörten Hausbesitzer bei Renovierungen oder Gebäudesanierungen in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Brutplätze der Dohle. Viele Gemeinden vergitterten oder verschlossen Einflugmöglichkeiten in Kirchtürmen. Die Dohle ist jedoch dringend auf Nistplätze in unseren Siedlungen angewiesen, denn die Populationen der Baum- und Felsbrüter sind zusammengebrochen.

 

Gustav Schindler

 

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